Wie mich ein montägliches Hefeweizen spontan an den Ballermann führte – Teil 2

Ersten Teil nicht gelesen? Dann schnell zurück! Denn hier geht’s jetzt ohne Umwege weiter.

Madrid Flughafen – Der Tiefpunkt unserer Reise

Nach knappen 3 Stunden Flugzeit landen wir in Madrid. Von der anfänglichen Euphorie ist wenig übrig. Unser Plan wirkt inzwischen wie die dümmste Idee, die wir jemals hatten.
Wie ist die Situation? Wir haben einen mega Kater, sind brutal übernächtigt, haben ein schlechtes Gewissen, weil wir so viel Geld ausgegeben haben und rennen nun über den Madrider Flughafen, um eine Gelegenheit zum Rauchen zu finden. Außerdem hab ich Hunger. Dieser Flughafen ist angeordnet wie ein langer Schlauch, man läuft sich die Hacken wund.
Was ein Dreck.
Immerhin dauert der Anschlussflug nur ’n knappes Stündchen. So kommen wir dann doch noch auf Mallorca an.
Dienstag. 12 Uhr. März. Nieselregen. Wir sprechen nicht viel. Mein Kumpel muss noch am Flughafen auf’n Pott und dann entscheiden wir uns, mit dem öffentlichen Bus den Flughafen zu verlassen. Irgendwie Richtung Ballermann halt.
Joa, lass mal da Schinkenstraße draußen hinsetzen. Jetzt heißt es, mit Bedacht die Bestellung auszuwählen.

Colaweizen! Ich sag es Euch!

So lecker!
So lecker!

Wir brauchen Bier, um wieder durchzustarten. Möglichst in großen Gläsern. Aber auch irgendwie Zucker und Koffein, um nach vorne zu kommen. Wir entscheiden uns für: Colaweizen! Ich habe in meinem Leben vorher und nachher nie wieder in einem Restaurant Colaweizen bestellt, aber an diesem Tag, da war es genau das Richtige. Nur dadurch konnte der restliche Tag ein Erfolg werden.
Könnte schlechter laufen
Könnte schlechter laufen

Wir haben unsere drei Colaweizen dann noch mit drei Jägermeistern ergänzt und schon war es wieder die beste Idee aller Zeiten. Boah, wie geil von uns. Wir sind auf Malle! Ich fasse es nicht. Geil, geil, geil. Unsere Stimmung steigt ins Unermessliche, als wir beobachten können, wie der klischeehafteste südeuropäische Handwerker daran scheitert, eine Hauswand zu streichen. Da fühlen wir Deutschen uns wohl. Hefeweizen und meckern über die Arbeit anderer.

Nahrungszufuhr!

Zur Nahrungszufuhr suchen wir jetzt jedenfalls erstmal irgendeine Art Fleischrestaurant. Dort merken wir dann eindeutig, dass Fortuna uns wieder hold ist: „Sorry Jungs, es ist kein Hühnchen mehr da. Stört es Euch, wenn wir Euch zwei Rindersteaks auf die Grillplatte packen?“ Jawollo! So machen wir es. Dazu noch einen mallorquinischen irgendwas-Likör. Auf die Frage, ob die Kellnerin einen mittrinken möchte, verneint sie mit Verweis darauf, dass sie „echt mal runterkommen“ muss. „Letzte Saison hab ich jeden Abend locker 20 Bier getrunken.“ Für eine zierliche, blonde, attraktive, junge Dame tatsächlich eine solide Füllmenge. Passiert wohl, wenn man an der Quelle arbeitet.

Jetzt erstmal den Tag rumkriegen

"Tu mal die Jacke ausm Bild"
„Tu mal die Jacke ausm Bild“

Unser Plan ist es, jetzt erstmal durch die Kneipen an der Promenade zu ziehen, bis es Zeit ist, zu Mia Julia im Bierkönig abzuspacken. Ach nee, die hieß damals noch anders und war in der Kurzfilmbranche unterwegs. Dann eben zu Micky Krause.
Wir sind inzwischen so begeistert von diesem Tag, dass ich mich sogar dazu hinreißen lasse, einen Kranz Kölsch zu bestellen. Das mache ich wirklich nur in Phasen völliger geistiger Umnachtung. In den Kneipen hier zeigt sich schon eindeutig, dass Nebensaison ist. Viele Läden zu und auch das Publikum sieht mehr nach Optikerinnung als nach Fußballverein aus.

Den Rest geben

Abends gibt es ein Champions-League-Spiel mit deutscher Beteiligung, welches im Bierkönig gezeigt wird. Dadurch füllt sich der Laden ganz gut. Wir inzwischen auch. Erinnerungen verschwimmen. Ich weiß noch, dass wir den super Plan hatten, die Kellnerin klar zu machen, indem wir ihr bei jeder Bestellung einen Wodkalemon mitordern. Rückblickend die lächerlichste Aktion der Welt. „Als Kellnerin im Bierkönig wirste bestimmt nie angegraben und erst recht nicht so stilvoll.“

Abbruch

Naja, irgendwann sind wir müde und erklären den Abend für beendet. So richtig einen Plan wie es jetzt weitergeht, haben wir nicht. Also erstmal Taxi zum Flughafen. Da vorne, diese Stuhlreihe, lass da mal pennen.

Mein Bett in jener Nacht
Mein Bett in jener Nacht

Mein Kumpel wird noch in einer nächtlichen Aktion über den kompletten Flughafen irren, weil er glaubt, mich verloren zu haben und sich bereits in Frankfurt zu befinden, aber das müsst Ihr Euch von ihm selbst erzählen lassen. Ich schlafe wie ein Stein.
Mittwochmorgen. 9 Uhr. Ich wache auf. Mein Portmonee ist weg. Ah nee, da liegt es. Unter den Stühlen. Hätte sich das jemand gekrallt, wäre die Geschichte ab hier anders verlaufen. Ich bin beruhigt und wecke meinen Kumpel. „Ey, lass nach Hause.“

Weg hier

11:30 Uhr Direktflug Airberlin nach Frankfurt. Den nehmen wir.

Tolles Menü
Tolles Menü

Aber erstmal frühstücken. Eine Cola, ein Bier, eine Tüte Chips und ein Baguette werden zusammen als Menü angeboten. Was für eine Zusammenstellung. Und das für nur 12 €. Zugeschlagen.
Der Rückflug ist diesmal echt angenehm. Die Leute neben uns setzen sich schnell weg. So können wir nochmal in Reisehöhe ein Bier gegeneinander exen. Wäre das auf der Lifetime-ToDo-Liste auch erledigt.
Heimkehrer
Heimkehrer

In Frankfurt angekommen sind wir uns einig, geile Tour. Erstmal Kippe vorm Flughafen. Da kommt uns auch schon mein grüner Benz entgegen, gelenkt von einem Würzburger Kumpel. Der fuhr uns aber nicht nach Hause, sondern zu einer anderen Bierangelegenheit in Göttingen. Bis ich wieder in meinem Bett lag, verging ein weiterer Tag. Aber das erzähl ich Euch mal wann anders…

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