Würzburg ist die schönste Stadt der Welt

Merkwürdig, dass Menschen überhaupt noch irgendwo anders Urlaub machen. Niemand, der sich mal einen Sonntag mit mir durch Herbipolis gezecht hat, möchte ernsthaft nochmal auf die Malediven. 5 Jahre durfte ich in der Musenstadt leben; es war wundervoll.
Würzburg landet regelmäßig auf den vorderen Plätzen bei irgendwelchen Lebensqualitätsumfragen. Keine Ahnung, wie diese Score da gebildet werden. Meine Einschätzung ist wie immer subjektiv und autobiographisch.

Samstag, 10:00 Uhr – Brandstetter

Die Reste der Nacht
Die Reste der Nacht

So! Aufstehen! Gibt doch nichts schöneres, als sich für einen solchen Tag sogar den Wecker zu stellen. Ab in die Innenstadt, am Rathaus aussteigen, kurz bei der Spaßkasse Geld flippern und durch die Gasse zum Marktcafé Brandstetter. Ein Frühstückscafé, welches morgens um 5 öffnet und dann erstmal die Reste der Nacht entgegen nimmt. Um diese Zeit sind zwar schon alle Gäste nüchtern, gut gefüllt ist es trotzdem.
„Ich hätte gern ein großes Glas kalte Vollmilch, ein Hörnchenlaib (der Sieger jeder Brennwerttabelle), einen Hausteller, zwei Portionen Butter und zwei Eier im Glas.“ Unfassbar, dass sich diese Frau das immer alles merken kann, ohne es zu notieren. Alkohol gibt’s hier zwar auch schon, kriegen wir heute aber noch genug, daher sparen wir uns das.

11:15 Uhr – Schnabel

Eine schöne Ecke
Eine schöne Ecke

So! Aufgegessen, dann lass mal in die Weinstube. Heute geht’s für uns in Weinhaus Schnabel. Sind 800 Meter zu Fuß, reicht für ein Kippchen. Ich hätte gerne erstmal die Nr. 6 Castell Silvaner, außerdem die blauen Zipfel (um sie mir mit meinem Sitznachbarn zu teilen) und als Hauptgericht die gebackene Leber mit Salatteller. Im Ernst, das ist das beste Menü der Stadt. Blaue Zipfel (Fränkische Bratwürste in einem Zwiebel-Essig-Sud gegart) machen unverwundbar und auch was Leber angeht, habe ich da so eine Theorie. Viel Leber essen schützt die eigene. Und zum Weißwein ruhig schon früh mit Wasser anfangen. Das ist einfach besser.
Andernfalls müsst ihr am Folgetag auf Pillenpeters großes Tablettenarsenal zurückgreifen.
Beim Hauptgang den zweiten Wein bestellen um nach dem Essen Wein Nummer 3 und „Wir nehmen noch ’ne Mirabelle für jeden.“ Puh. Das war lecker. Gehen wir ins Juliusspital?

12:30 Uhr – JuSpi

Diese Brotzeitplatte ist wirklich klasse
Diese Brotzeitplatte ist wirklich klasse

Zwischen den Weinhäusern Juliusspital und Bürgerspital herrscht ein ähnlicher Konflikt wie zwischen Köln und Düsseldorf, und ich bin ähnlich unentschlossen. Eigentlich ja Team BüSpi, allerdings gibt es im Juliusspital einfach den besten Silvaner der Welt.
„Also eine Runde Rödelseer Küchenmeister bitte. Ach, und haben Sie noch diese Brotzeitplatte vom Wild? Die war echt immer klasse. Nehme ich einmal.“
Dieser runde Tisch da links im Eck ist der Beste. Alles im Blick und der Kellner kommt ständig vorbei.
So, jetzt aber ins BüSpi.

14:00 Uhr – BüSpi

Der schönste Innenhof der Stadt
Der schönste Innenhof der Stadt

Ah, Home sweet Home. Das gute Bürgerspital. Wir hätten gerne einmal den 3er-Silvaner im Bembel. Bembel kennen viele vermutlich als Tonkrüge für Apfelwein, gibt’s aber in Würzburg auch ganz regulär für Weißwein. Was mir hier besonders gefällt: Dadurch, dass man direkt einen ganzen Liter bestellt anstatt nur schoppenweise, kriegt man keinerlei Preisvorteil. Nicht mal 40 Cent. Weißte, die haben es einfach nicht nötig! Kannst froh sein, dass Du einen Literpott am Tisch hast. Ich komme im Bürgerspital immer durcheinander, was jetzt die richtige Karte ist, wo nur die Brotzeiten draufstehen oder sonst was. „Ich hätte jedenfalls gerne das Schäufele und hinterher die Käseplatte. Achja, und bringen Sie bitte noch eine Flasche Wasser zum zweiten Bembel.“ Im Bürgerspital gibt es, ähnlich wie in rheinischer Gastronomie, auch immer wieder Kellner, die für die Gäste entscheiden was getrunken wird. „Ich bringe Euch mal eine Runde, ihr seht durstig aus.“ So, das war lecker.

15:30 Uhr – Ratskeller

Lecker Alt
Lecker Alt

Die paar Meter (650) laufen tun mir gut. Habe schon etwas Schlagseite. Erstmal Kippchen. Eigentlich sind wir ja auf dem Weg zur Brücke, aber was solls. Ein Winkler geht immer. Seiteneingang rein, links in die Stube und eine Runde Winkler bitte. Oberfränkisches Altbier. Schöne Abwechselung. Lecker. Und liebe Grüße an den Chef Herrn Schubert!

16:15 Uhr – Alte Mainbrücke

La vita è bella
La vita è bella

Das eigentlich Highlight der Stadt. Eine Fußgängerbrücke mitten durch die Stadt, auf der Wein verkauft wird. Also suchen wir uns einfach einen Brückenheiligen aus und trinken ein Weinchen. Oder zwei? Blick auf Käppele und Festung, es ist einfach ein Traum. Hier kommt die ganze Stadt zusammen. Sparfüchse trinken Selbstmitgebrachtes, ich favorisiere meist die Erste der beiden Buden. Hab ehrlich gesagt nie Bock, mich anzustellen, daher lasse ich mir immer irgendwas mitbringen und kann hier nicht beurteilen, was bestellt wird. Und ganz ehrlich: Ist inzwischen auch irgendwie wurscht. Ich hab bereits ordentlich Dampf aufm Kessel. Als neuester Geheimtipp lässt sich auch das Brückenbäck auf gegenüberliegenden Mainseite empfehlen. Günstiger und weniger Andrang. Gern geschehen.

18:00 Uhr – Johanniterbäck

Wahrnehmung verschwimmt
Wahrnehmung verschwimmt

Zeit, was zu Abend zu essen. Das Johanniterbäck ist dazu immer ein gute Wahl. Im Grunde genau wie das Weinhaus Schnabel einfach nur ein Wohnzimmer mit Weintheke. Ich nehme jedenfalls das Scheurebensüppchen mit Zimtkrusteln vorneweg. Ist immer gut, wenn man schon Wein in der Vorspeise hat. Als Hauptgericht gerne die Leber und dazu den Randersacker Ewig Leben Silvaner.
Puh. Das war lecker. Ich nehme eine Himbeere zum Abschluss.

20 Uhr – Sternbäck

Mit nem Weizen machste nix falsch
Mit nem Weizen machste nix falsch

Um die Zeit ist der Sternplatz meist wieder etwas leerer, so dass wir problemlos einen Sitzplatz kriegen. Der Wein ist hier scheiße. Ich trinke gerne ein Hefeweizen. Angeblich ist Kristallweizen mit einem Schnitz Zitrone hier mega beliebt, aber das Getränk ist mir irgendwie suspekt. Gut, mit einem Schnitzel mache ich hier nichts falsch. Auch die Käsespätzle sind ganz nett. Sternbäck ist auf der Route auch definitiv das am meisten „kneipenartige“ Etablissement. Bildet quasi den Abschluss des Tages.
Wer jetzt noch stehen kann, den lockt die Würzburger Kneipenszene. Ich favorisiere Loma oder Nachtwächter. Meistens geht’s aber ins Bett! War wieder schön. Gute Nacht Würzburg, bis Morgen!

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