Dry January – Was ich durch einen nüchternen Januar gelernt habe

Es ist soweit, der nüchterne Januar ist vorbei und Troostiboy gönnt sich wieder ein Gläschen. Dieser Sonntag also der richtige Zeitpunkt, um ein Fazit zu ziehen.

Die wichtigste Frage: Sind Partys nüchtern langweiliger?

Edel
Edel

Ja, es ist alles etwas langweiliger. Kann sein, dass mich das als Alkoholiker outet, aber ein Party-Wochenende mit Kollegen in einem holländischen Ferienhaus ist nüchtern tatsächlich etwas weniger lustig. Beerpong oder Flunkyball mit Radler 0,0 zieht auch nicht so ganz. Und ja, ich bin dann häufiger auch einfach früher ins Bett gegangen. Der polnische Abgang funktioniert nüchtern nämlich noch viel besser als im Suff, da man ja den anderen Teilnehmern des Abends einen intellektuellen Vorteil hat. Saufen macht schließlich dumm.

Alternativen, um sich nicht zu rechtfertigen

Auch außerhalb des Januars ist alkfrei Weizen ein guter Alkfake
Auch außerhalb des Januars ist alkfrei Weizen ein guter Alkfake

Es ist übrigens furchtbar anstrengend nicht zu trinken. Also, nicht die Tatsache, dass man nichts trinkt, sondern eher die Tatsache, dass das jeder erklärt haben möchte. Nichts zu trinken ist sogar ganz angenehm. Geil ist auch, wenn die restlichen Anwesenden nicht wissen, dass man nichts trinkt und man somit „Den Betrunkenen“ raushängen lassen kann. „Ach komm, den versauten Witz erzähle ich“ oder einfach mal etwas lauter sprechen.
Nervig wird nur, wenn man als Nichtalkoholiker entlarvt wird. „Häh, du trinkst Wasser? Willst Dich waschen?“ „Ach, komm schon.“ „Was soll das denn?“. Ich kenne das Prinzip natürlich selber zu gut, die soziale Ausgrenzung des Nichttrinkers. Man meint es ja nur gut, der Abend soll ja in Schwung geraten! Daher ruhig nochmal nachhaken: „Komm, trink doch mit, was soll das denn?“
Und leider haben die wenigsten Interesse an einer ehrlichen Antwort. So lässt „Du, ganz einfach, ich habe den ganzen Dezember im Grunde durchgesoffen, will mit’m Rauchen aufhören und meine allgemeine Fitness verbessern“ die meisten plötzlich irgendwas reden von „Du, super Idee, mache ich ja auch schon mal in der Fastenzeit und sonst überhaupt und ist ja wichtig und auch sonst so.“
Einfacher ist es tatsächlich, sich in ein Cocktailglas mit Zitrone etwas Leitungswasser abzuzapfen und davon leben, dass es alle für GinTonic halten. Sicher auch nicht die heroischste Lösung, aber praktikabel.

Verändert sich was?

Hat alles sein Für und Wider
Hat alles sein Für und Wider

Ich habe jetzt ja nicht mein Leben lang mitm Saufen aufgehört sondern lediglich einen Monat. Kann aber sagen, es hat auch sehr viel positives. Es ist einfach richtig geil, nicht verkatert zu sein. Die Woche hat plötzlich so viel mehr Stunden und überhaupt ist alles viel einfacher. Du kannst IMMER Auto fahren. Auch am Wochenende bist Du um 7:00 Uhr ausgeschlafen. Du hast keine Herzaussetzer, weil Du nach einem durchzechten Wochenende dich am Sport versuchst. Es ist alles einfach ein bisschen entspannter. Man muss ja auch sagen, dass Saufen häufig harte Arbeit ist. Enthusiastic Drinking und so.

Und wie leicht fällt der Rückeinstieg?

Das mit’m Alkohol trinken ist wie Fahrrad fahren! Verlernste nicht. Schmeckt auch alles einen Monat später noch und ja, es geht dann auch ein bisschen schneller steil als vorher. Man verträgt es schlicht nicht mehr so gut.
Was mich übrigens überrascht hat: Bei meinem ersten Suff bin ich jetzt mal rauchfrei geblieben. Angeblich kommt der Kater ja nur vom Rauchen. Ist aber quatsch. Auch nikotinfrei war nach ner Flasche Weißwein, 30 Pfeffi und ein paar Bier der Kater so groß wie gewöhnlich. Wer raucht, ist cool und hat mehr Freunde. Es sei denn, er will einen Triathlon absolvieren.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.