Weihnachten mit der Familie

Liebe Leser,
um sicherzustellen, dass ich auch noch zukünftig Weihnachten mit meiner Familie feiern darf, ist folgende Geschichte natürlich frei erfunden und entspricht nicht den Tatsachen. Außer ein bisschen.

Heilig Abend

18? 20? 2? 0? 4? 7?
18? 20? 2? 0? 4? 7?
Den Heiligen Abend überspringen wir, der ist nämlich meistens sehr schön. Tannenbaum schmücken und Sekt trinken, Messbesuch, Fondue, Sekt, Weißwein, Rotwein, Skat spielen, Altbier, Himbeergeist. In der Reihenfolge. Alles im Kreis der engsten Familie. Ich freue mich jedes Jahr drauf. Bei Nachfragen zum Konzept, gerne melden.

Der ganz normale Wahnsinn

Ja Mama, zieh ich an
Ja Mama, zieh ich an

Der ganz normale Wahnsinn beginnt meistens erst an den verbleibenden Feiertagen. Dadurch, dass heilig Abend so nett ist, hab ich am 1. Weihnachtstag meistens einen Kater. Der denkbar schlechteste Zustand, um auf die Verwandtschaft zu treffen. Als ich aufwache, rotiert Mutter bereits. „Kannste mal den Salat aus’m Kühlschrank oben holen?“ „Du bist heute für die Getränke zuständig.“ „Es muss nochmal einer mit’m Hund gehen.“ „Sei bitte nett zu Deiner Cousine.“ „Ich hab dir oben hingelegt, was du anziehen sollst.“
Ja, richtig gehört. 362 Tage im Jahr wähle ich meine Kleidung frei und selbstbestimmt, und dann kommt Weihnachten. Aber gut. Es hat sich so als praktikabler erwiesen.

Showtime

Irgendwann ist es dann soweit, es klingt an der Tür, der Hund bellt und wir wissen: es geht los. Mein Bruder reagierte auf das Klingeln an der Tür einmal mit einem Klatschen in die Hände und dem Ausruf: „Showtime“. Beschreibt das Ganze ganz gut. In meiner Erinnerung ist dieser Begrüßungsmoment sehr laut. „Ahhhh, halllooooooo, grüßt euuuuch, naaaaaa, wie isset, schööööön habters“.
Immer die Frage, ob ich jetzt bereits beim Sekt zuschlage oder mir lieber ein Glas O-Saft geben lasse. Der Alkohol im Sekt bringt mich eventuell wieder auf Spur, die Kohlensäure könnte mir aber den Magen umdrehen. Schwere Entscheidung.
In diesem Teil des Tages übernimmt meine Mutter meist die Gesprächsführung. Mir obliegt die Getränkeversorgung. Falls ihr jemals meinen Platz einnehmen solltet: Fünf Bolten Alt, drei Weißwein, ein Wasser, eine Cola Light ist die übliche erste Bestellung. Danach einfach immer, wenn das eigene Alt leer ist, nochmal beim Rest nachfragen.

Und bei Dir so?

Meine Verwandtschaft hat ein sehr akkurates Timing. Meist werde ich genau in der Sekunde, in der ich mir das erste Stück Fleisch der Hauptgangs reinfahren will, gefragt: „Und Jung, was gibt es denn bei Dir neues? Erzähl mal.“
Ich sage hier immer das Gleiche: „Schule/Studium/Arbeit ist anstrengend, aber macht mir viel Spaß. Bin viel unterwegs. Aber sonst alles beim Alten.“
Soll ja nicht auffallen, dass ich immer noch gegen meinen Vortagskater kämpfe.

Mein großer Auftritt

Juche
Juche
Was ich jedes Jahr verdrängen werde ist, dass ja irgendwann der Moment kommt, in dem Mutter sagt „Jungs, wollt ihr uns nicht was weihnachtliches spielen?“. Traditionell vor der Bescherung.
Eine Runde der Weihnachtsklassiker bitte. Ich danke dem Herrn, dass mein Bruder irgendwann Saxophon lernte und somit die Melodiestimme übernehmen konnte. Das durfte ich nämlich vorher gesanglich machen.
Versteht mich nicht falsch, ich sing Euch gerne jeden Ärztesong besoffen nachts um drei und begleite mich selbst auf der Gitarre. Sogar schon in der Wiener Innenstadt gemacht. Aber an Weihnachten vor versammelter Familie mit meiner Engelsstimme Weihnachtslieder vorzuführen, das grenzte sehr stark an’s große Basteltrauma.
Aber auch das geht irgendwann vorbei. Hatte dann als Kind auch emotional das Gefühl, mir die Bescherung verdient zu haben.

Der Abschied

Irgendwie, ist es ja dann doch ganz nett, dass man sich mal wieder gesehen hat. Es ist aber auch nett, dass es vorbei ist. Also gibt man sich die Hände, hält noch im Anorak im Flur ein letztes Schwätzchen und dann heißt es: „Tschüss, bis bald, guten Rutsch, schöne Feiertage noch.“
Ich glaube, nun folgt in jeder Familie die klassische Nachbesprechung. „Haste gehört, wat der verzählt hat? Kann dat stimmen?“ „Die sieht aber jut aus inzwischen, wa?“ „Ach, war doch nett“

Hurra, das ganze Dorf ist da
Hurra, das ganze Dorf ist da

Für mich bietet der Abend heute noch mehr. Meine geliebte Dorfdisco bietet am 1. Weihnachtstag meist eine „Kekse statt Kohle“-Party an. Haste Kekse dabei, ist der Eintritt frei! Kekse werden dann gespendet. Das ganze Dorf ist da. Jedenfalls ist das dann der Place2be, um sämtlich Geldgeschenke auch wieder loszuwerden. Außerdem ist es ja auch irgendwie Tradition, dann auch in den 2. Weihnachtstag mit Kater zu starten…

Weihnachtspause

Troostiboy wünscht frohe Weihnachten
Troostiboy wünscht frohe Weihnachten

Mit diesem Beitrag verabschiede auch ich mich in die Weihnachtsferien. Frohe Weihnachten, schöne Feiertage, guten Beschluss! Wir hören uns wieder am 7.1. Mit Kater!

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