How To Firmenfeier

Viele Legenden ranken sich darum, wie eine Firmenfeier tatsächlich auszusehen hat. Passenderweise bin ich aktuell in der glücklichen Lage, das regelmäßig zu erleben. Darum zeig ich Euch jetzt mal, wie das geht.

Die Vorbereitung

14:30 Uhr
So. Bewegen wir uns schon mal Richtung des Hotels. Die letzten Telefonate für dieses Arbeitsjahr kann ich auch von hier aus führen. Ich hab den schwersten taktischen Fehler gemacht und heute noch nichts gegessen. Tatsächlich nichts. Hyperfail.

Sollte ich öfter tragen
Sollte ich öfter tragen

Gut, erstmal die beiden Tütchen Gummibärchen im Hotelzimmer zu mir nehmen. Hatte mich ja hier schonmal beschwert, dass es keine Mettbrötchen gibt. Passenderweise ist das Ganze heute eine Mottoparty: „Great Gatsby“. Dann machen wir uns mal fein. Opas Zylinder auf und ganz wichtig: blickdichte Sonnebrille. Danke nochmal an den Ersteller des Tutorials „Wie binde ich eine Fliege“ auf youtube.
Bevor ich um 17:30 Uhr in den Shuttlebus steige, brauche ich jedenfalls ganz dringend noch was zu essen. Gut, dass ich um 16:30 Uhr in einer naheliegenden Pinte zum Vorglühen verabredet bin. Zum ersten Hefeweizen gibt’s auf jeden Fall noch mal n Snack. „Ja, da hätten wir nur Nachos da.“ Dann halt das.

Abfahrt

So. Bus bekommen. Das ist immer Hürde eins. Muss sagen, dieser 20s-Style ist schon irgendwie cool. Schöne Frauen in chicen Kleidern und Herren mit Schnurrbart. Könnte ich mich dran gewöhnen. Festivalgelände erreicht. Wunderbar.

Location passt ebenfalls
Location passt ebenfalls

Das gleiche Cateringteam wie immer betreut uns. Ich habe immer ein komisches Gefühl, wenn ich Leute treffe, die mich schon mal voll gemacht haben. Jedenfalls werde ich hier quasi mit Namen begrüßt, habe aber keine Ahnung, ob ich irgendwen der Kellnertruppe überhaupt schon mal getroffen hab. Zum Empfang gibt’s erstmal Aperol Sprizz. Ochjoa, das trink ich gern. Wunderbar.

Das Feuer entfacht

Nun tut sich folgende Misere auf. Natürlich beginnt eine Weihnachtsfeier mit einem kurzen Rückblick aufs Jahr. Bei uns diesmal sogar mit einem Rückblick auf 10 Jahre Firmengeschichte. In der Zeit servieren die Kellner natürlich nach wie vor Getränke, es gibt aber noch nichts zu essen. Im Bewusstsein dieser Misere haben die Organisatoren dieses Jahr beschlossen, dass es die Vorspeise schon mal vorneweg gibt. Zugegeben, eine super Idee, aber in Anbetracht der Menge Weizen, die ich mir jetzt in den Kanal schütte, auch irgendwie ein Tropfen auf den heißen Stein.
Gut, ich mache mal wieder den Kardinalsfehler und bestelle bereits den ersten Haselnussschnaps. Gehört auch irgendwie dazu. Kellnerin trinkt sogar mit. Das hab ich gerne.

Kippe?

Ach, du rauchst?
Ach, du rauchst?

So. Reden und Rückblick vorbei. Zum Abschluss gibt es Champagner. Schöne Geste. Ich habe bereits angenehm Dampf aufm Kessel. Erstmal rauchen. Natürlich bin viel zu faul, um jedes Mal meine Jacke von der Garderobe zu holen, warum ich den Rest des Abends beim Rauchen frieren werde. Sei es drum. Jetzt gibt’s jedenfalls erstmal die berühmte Doppelkippe.
Als ich wieder reinkomme, ist das Büffet bereits eröffnet. Showkochen live und in Farbe. Was auch immer. Leider ist bei der Ente die Schlange zu lang, darum entscheide ich mich für… das Andere halt. Da links daneben! Weiß nicht mehr. Jedenfalls hatte ich mega Hunger und hab einiges davon gegessen. Puh. Das tat gut.

Mit Schnaps durchs Schnitzelkoma

So. Jetzt ist ein gefährlicher Zeitpunkt. Müdigkeit kann einsetzen. Gott sei Dank weiß das Personal hier entgegenzuwirken. Haselnussschnaps hilft.
Ah, jetzt gibt’s Geschenke. Das finde ich eine schöne Geste für die Fachbereichsmitarbeiter. Letztes Jahr gab’s Manschettenknöpfe, davor glaube ich Visitenkartenetuis, und diesmal…. WTF? Hab ich gerade einen Beamer geschenkt bekommen? Besoffen kann ich mein Glück kaum fassen und gebe diesen Wertgegenstand umgehend an der Garderobe ab.
Erstmal eine rauchen. Wie kalt es ist, merke ich gar nicht mehr.

Finisher!

Kein Bild und kein Ton
Kein Bild und kein Ton

So. Nun wird es Zeit, diesem Abend und mir den Rest zu geben. Es ist inzwischen Mitternacht und ich kann wirklich kein Bier mehr trinken. Da hilft nur eins: Cuba Libré. Strohhalm höchstens zum Umrühren benutzen und rein das Ding. Und auf keinen Fall mehr die Sonnenbrille absetzen.
Jetzt müssen wir dem DJ mal paar Dinge klar machen: Kollege, hör auf mit diesem R’n’B-Gedudel. Jetzt ist Troostiboy betrunken. Ab jetzt gibt’s Mia Julia! Oder noch besser Ingo ohne Flamingo. Traumhaft. Inzwischen schlagen mir bei jedem Schluck Cuba die Eiswürfel an die Schneidezähne. Bin betrunken wohl nicht der hellste.

Nun verschwimmen langsam die Erinnerungen. Wir steuern zielsicher auf den polnischen Abgang zu. Nicht mehr lange und es ist so weit. Noch ’ne Runde Mallorcamucke abfeiern, irgendeinen Kollegen vollblubbern und dann ab ins Taxi. Weg hier. Ragequit. Ich hab genug.

Der nächste Tag

Weißt Du noch alles?
Weißt Du noch alles?

So. 12:02 Uhr – Die Putzfrau klopft an die Tür. „Bitte auschecken“ Puh, erstmal Facetime mit den Suffkumpanen. Blitzdusche und dann alle Klamotten in den Koffer werfen. Häufig nehme ich in solchen Situationen versehentlich ein hoteleigenes Handtuch mit.
Ich kann ja nie im Leben Auto fahren. Ein Glück, in der Lobby treffe ich einen fahrbereiten Werkstudenten: „Du hast doch sicher voll Bock mich ins Büro zu fahren, oder?“. Meine Rettung.
Hier kann ich mich jetzt aufs Sofa legen und mir eine Pizza bestellen. Ein Kollege tut es mir gleich. Bevor wir uns um 17 Uhr endlich auf die Autobahn trauen, hören wir noch einmal das irische Segenslied. „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!“ Würdiges Ende des Arbeitsjahrs gewesen. #dankemindsquare

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