Die großen 5 Momente einer jeden Partynacht

Ein Theaterstück hat drei Akte. Ein Pferd hat vier Beine. Die Wurst hat zwei Enden. Aber eine gute Party hat fünf große Momente unterschiedlicher Qualität. Diese folgen nun in Gedenken an Böhmchen und Lollo.

Ankommen

Die Anfänge haben meistens noch Optimierungspotential. Ich muss erstmal meine Jacke los werden. Oder doch nicht? Rauchen draußen? Brauche ich die Jacke? Wie kalt ist es?
Dann, die große Tragödie mit dem „Hallo“ sagen. Ich bin echt kein unfreundlicher Mensch und habe auch verstanden, dass es dazu gehört, alle Gäste zu begrüßen. Ich bin am Niederrhein aufgewachsen. Habe immer noch „Samma Tach, Jung“ im Ohr. Sagte Mutter immer zu mir, wenn wir irgendwelche für mich als dreijährigen Fremde im Ort trafen.

Verbrüderung findet früh genug statt
Verbrüderung findet früh genug statt

Aber auf Partys ist es doch meist irgendwie störend. Ich muss mich überall durchquetschen und mir fremde Namen merken, die ich eh sofort wieder vergesse. Dabei werfe ich mit dem breiten Hintern schon mal zwei Gläser um.
Den Gastgeber begrüße ich, das ist klar. Aber viel schöner ist es doch, den Rest Stück für Stück kennenzulernen.
Es gibt ja unendlich viele Gelegenheit auf so einer Party, sich zu verbrüdern. „Hasse mal Feuer?“ „Bring mir mal bitte n Alt mit.“ „Wie heißt nochmal das Lied von Mia Julia mit hier ‚ein, zwei Bier. Drei, vier Korn.‘ Weißte?“
Da lernt man sich kennen und da bin ich gerne immer aufgeschlossen. Bringt wirklich mehr, als sich nüchtern die Hand zu geben. Ghettofaust ist eh cooler.

Essen

Sei klug. Fahr Zug.
Sei klug. Fahr Zug.

Seien wir ehrlich, das nervt eigentlich immer. Sei es die Gulaschsuppe auf der WG-Party oder das Feinschmeckeressen beim First-Class-Arbeitgeber. Ich hab kein Bock, auf Partys zu essen. Das bringt Unruhe in einen netten Abend, ich saue mir 100 pro das Hemd ein und danach stehen alle Tische voller Geschirr. Moah. Nervig. Außerdem ist man danach im Schnitzelkoma, will sich hinsetzen und die Saufgeilheit lässt üblicherweise nach. Kann ich nicht gebrauchen. Salzstangen und Erdnüsse auf den Stehtisch und fertig. Oder die klassischen Chips in der Plastikschale. Üblicherweise schon mittags hingestellt, so dass die richtig schön laff schmecken.
Wie wärs mal mit einer Partyeinladung „Bitte esst alle vorher, dann können wir uns vor Ort aufs Feiern konzentrieren.“ Ein ehrlicher Döner ’ne Stunde vor Trinkbeginn ist bekanntlich immer noch die beste Grundlage. Damit könnte man arbeiten. Oder im Bordbistro auf der Hinfahrt. Eigentlich noch besser.
Wenn Essen auf Partys, dann nachts eine Dose Fisch in Viersen-Bockert. Das geht.

Hochphase

Von Hochphasen gibt es gewöhnlich keine Bilder. Darum ist es ja die Hochphase.
Von Hochphasen gibt es gewöhnlich keine Bilder. Darum ist es ja die Hochphase.

Die schöne Zeit. Das Essen ist verdaut, die Menschen rauchen Kette und der Gastgeber ist inzwischen voll genug, dass er die Musik vernünftig aufdreht. Hach, schön. Es ist der klassische Zeitsprung zwischen 22 und 2 Uhr, indem die Zeit so wunderbar schnell verfliegt. Statur- und trainingsbedingt, bin ich um diese Zeit meist noch nicht volltrunken. Gibt aber immer wieder Leute, die bereits in der Hochphase erste Ausfallerscheinungen zeigen. Aber mein Gott, dafür ist die Hochphase ja da. M I A – Feiern ohne Ende!

Zweite Luft

Ich bin da ehrlich, gewöhnlich kann ich eine Party auf voller Kraft bis zum Ende fahren. Aber auch ich habe schon mal ein Hängerchen. Sei es ein kurzer Powernap auf’m Sofa, eine „taktische Flasche Wasser“ oder ein nächtlicher Besuch beim Dönermann. Es gibt Dinge, die führen dazu, dass wir nochmal eine zweite Luft kriegen. Also quasi, nochmal ein kurzes Up, bevor die Leistungskurve wieder nach Unten geht. Die zweite Luft entsteht auch häufig durch einen guten Song. Was? Mia Julia? Dann nochmal Arsch hoch von der Eckbank und ’ne Runde Schnaps bestellen.

Der Zeitpunkt zu gehen

Wäre ich früh gegangen, hätte ich diesen Fisch verpasst.
Wäre ich früh gegangen, hätte ich diesen Fisch verpasst.

Im Beitrag zum polnischen Abgang ja schon viel zu gesagt: es ist manchmal einfach besser, frühzeitig zu gehen. Aber auch hier bin ich ehrlich. Ich habe diesen Punkt in meiner Karriere meistens verpasst und bin einfach noch ein bisschen geblieben. Auf ein Bier, ein gutes Lied, eine Kippe oder ein letztes tiefsinniges Gespräch, das es leider nicht ins Langzeitgedächtnis schaffen wird. Aber als jemand, der sich diese Woche selbst schon hat sagen hören: „nee, ich geh jetzt heim. Sonst hab ich nichts vom freien Tag“, sage ich Euch: Bleibt zu Lange, liebe Fans! Verpasst den Zeitpunkt zu gehen. Ich bereue keine Minute.

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